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Spieglein, Spieglein an der Wand ...

Die Juroren in Fachgesprächen mit den Teilnehmern

Juroren bewerten die schönsten Automobile

Die automobilen Schätze der rund 100 Teams bei der 18. ADAC Württemberg Historic sind oftmals Raritäten der Autogeschichte. Die Besitzer hegen und pflegen ihre Oldtimer und freuen sich ganz besonders, wenn sie für den Concours d’Elegance ausgewählt werden – die Schau der Schönheiten.

Was für die Mannequins der Catwalk bei den Modeschauen in Paris oder New York bedeutet, ist für die Oldtimer-Liebhaber der Concours d’Elegance (CdE). Historische Fahrzeuge gelten als mobiles Kulturgut – und die interessantesten Oldtimer werden von den Fachjuroren Matthias Runar und Engelbert Rozyn für den Concours ausgewählt und mit Preisen ausgezeichnet. Beim Concours d’Elegance geht es vor allem um die Originalität und den Seltenheitswert des Fahrzeugs und dessen Zustand.

Bereits bei der technischen Abnahme am Freitag sind Runar und Rozyn dabei – und werfen auch einen prüfenden Blick unter die Motorhaube und in das Innere der Wagen. Sie zücken dabei ihre Bewertungsbogen, auf denen alle wichtigen Elemente festgehalten werden. Bei der Außenhaut geht es darum, ob Karosserie und Verdeck dem Originalzustand weitgehend ent-sprechen beziehungsweise wie die Restaurierungsarbeiten ausgeführt wurden. Ist die Lackierung der Bauzeit entsprechend, ist das Fahrzeug entspre-chend dem Original, das vor vielen Jahren vom Band lief – und da bekommt ein nachträglich eingebauter neuzeitlicher Kompressor schon Punktabzüge. Die volle Punktzahl kann auch ein unrestauriertes Fahrzeug bekommen, das durch intensive Pflege dem Originalzustand entspricht. „Patina wird durchaus hoch bewertet und kann genauso gewertet werden wie gut restauriert“, weiß Matthias Runar, der den Punktekatalog nach FIVA-Standard in seiner zehnjährigen Jurorentätigkeit zusammengestellt hat.

Dass zehn Fahrzeuge gleichwertig ausgewählt werden, macht durchaus Sinn, denn: „Viele Fahrzeuge sind untereinander nicht vergleichbar. Deshalb kommt es uns auf die Zeitperiode, die Geschichte und Herkunft des Fahrzeugs in diesem Zeitraum an.“ So wurde einmal ein Jaguar MK2 in den Concours d’Elegance gewählt, der in seiner Zeit auch das schnellste Polizeiauto war. „Man muss ein Fahrzeug immer in seiner jeweiligen Historie sehen – zum einen, was den Seltenheitswert betrifft, zum anderen aber auch in seiner historischen Bedeutung. Ein Alfa Romeo Montreal zum Beispiel war in seiner Zeit prägend für das Design.“

Das fachkundige Urteil der beiden Autohistoriker wird auch von den Teilnehmern anerkannt – sie bekommen für ihr automobiles Schmuckstück einen Erinnerungspokal der Rallye ADAC Württemberg Historic und dürfen sich am Sonntag bei der Siegerehrung in Bad Mergentheim präsentieren. Wobei die Juroren durchaus vom Fach sind – beide etwa arbeiten in der Design-Abteilung von Mercedes-Benz – und haben „schon vom Beruf her ein Gefühl für die Oldtimer“. Auch was die Details angeht, kann man sich also auf ihr Urteil verlassen. Runar hat einen Porsche 924 – und pflegt diesen anfangs umstrittenen 2+2Sitzer mit Transaxle wie die anderen Oldtimerbesitzer auch. Damit weiß er auch um die Sorgen bei der Beschaffung von Ersatzteilen: „Da geht es mir nicht anders als den Teilnehmern. Aber es ist eben der eigene Ehrgeiz, möglichst bis zur letzten Schraube alles original aussehen zu lassen.“

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